Philosophie
Die älteste der Geisteswissenschaften — und die einzige, die sich selbst zum Gegenstand macht.
Was sie ist
Philosophie ist der Versuch, mit den Mitteln des Denkens Auskunft über das zu geben, was sich der einzelwissenschaftlichen Forschung entzieht: das Ganze der Welt, das Wesen der Erkenntnis, das gute Leben, die Grundlagen des Rechts. Sie ist zugleich Wissenschaft und Übung — ein Handwerk der Klärung und eine Haltung gegenüber dem, was uns fraglich wird.
Zentrale Fragen
- Was können wir wissen? — Erkenntnistheorie
- Was sollen wir tun? — Ethik und politische Philosophie
- Was ist der Fall? — Metaphysik und Ontologie
- Was ist der Mensch? — Philosophische Anthropologie
- Wie sprechen wir sinnvoll? — Sprachphilosophie und Logik
Methoden
Klassische Verfahren sind die begriffliche Analyse, das Gedankenexperiment, die dialektische Auseinandersetzung mit Positionen, die phänomenologische Beschreibung und die hermeneutische Textinterpretation. Anders als die empirischen Wissenschaften arbeitet Philosophie überwiegend argumentativ; ihr Fortschritt zeigt sich weniger in neuen Fakten als in genaueren Fragen.
Kanonische Debatten
Die grossen historischen Streitpunkte — Rationalismus vs. Empirismus, Realismus vs. Idealismus, Naturalismus vs. Antinaturalismus — sind nicht abgeschlossen. Sie kehren in neuen Formen wieder. Aktuelle Debatten kreisen um Bewusstsein und Willensfreiheit, um die Ethik der Künstlichen Intelligenz, um globale Gerechtigkeit und um die Frage, ob die Philosophie eine Wissenschaft im strengen Sinn ist.
Wichtige Denkerinnen und Denker
- Platon
- Aristoteles
- Immanuel Kant
- G. W. F. Hegel
- Friedrich Nietzsche
- Ludwig Wittgenstein
- Hannah Arendt
- John Rawls
Weiterführend
- Was heisst Verstehen? — Essay
- Hermeneutik — Begriff
- Dialektik — Begriff
- Aufklärung — Begriff